Balaton bis Slowenien

Mittwoch, 22.8.2018
Balatonfüzfö – Aszófö, 33 km + 5 km, ingesamt 2143 km
Einkauf im Aldi: Hurra, da liegen ja endlich die ersten Lebkuchen. Bald ist Weihnachten!

 

Balatonfüred: Ein Flair wie in Grömitz an der Ostsee. Lange Promenade mit toller Bepflanzung. Yachthafen und viele Ausflugsbötchen, die um unsere Gunst buhlen. Ein Werbeblättchen auf Deutsch – oder das, was der Übersetzer für Deutsch gehalten hat. An der Promenade viele Weinstände. Martin probiert ein paar durch.

 

 

 

Der Campingplatz für die nächste Nacht liegt am Eingang der Halbinsel Tihany, die durch wunderbare Natur bestechen soll. Als wir jedoch in Natura das Höhenprofil dieser Halbinsel sehen, planen wir spontan um, gehen lieber in das Strandbad in der Nähe des Campingplatzes und genießen von dort aus die schöne Sicht auf Tihany. Am Ufer entdeckt Peter eine Wasserschlange.
Wir nächtigen wieder auf einem netten kleinen Campingplatz, auf dem zunächst nur zwei andere Zelte stehen. Bis zum Abend gesellen sich noch drei weitere Zelte dazu.

 

Donnerstag, 23.8.2018
Aszófö – Vonyarcvashegy, 62 km, insgesamt 2205 km
Morgens auf dem Campingplatz noch von den zwei jungen Frauen, die mit Motorrad mit Beiwagen unterwegs sind, Werbung für ihren eigenen Campingplatz in Ungarn bekommen. Sehr nett und herzlich, leider liegt der Platz im Nordosten Ungarns, also entgegengesetzt der Richtung, in der wir unterwegs sind. Die Frauen entpuppten sich als Niederländerin und US-Amerikanerin auf einem Motorrad mit amerikanischem Nummernschild. Sie sind zunächst in Amerika die Panamerikana gefahren, bevor sie mit dem Schiff nach Rotterdam übergesetzt sind. Nun fahren sie also in Europa herum.
Wir brechen recht früh auf. Während der Tour merken wir, dass auch am Balaton die Kultur nicht zu kurz kommt. Folgende Museen werben heute auf unserem Weg:
– Museum der ungarischen Militärfahrzeuge
– Foltermuseum
– Erotikmuseum
– Afrikamuseum
– Cadillacmuseum
In das Museum der ungarischen Militärfahrzeuge wären wir ja wirklich gegangen, da es so praktisch direkt am Weg lag. Aber wir waren heute so früh unterwegs, dass es noch nicht geöffnet hatte.
Heute führt die Tour nicht nur flach am Balaton entlang. Der Weg wird auch manchmal mehr ins Landesinnere gelegt, so dass es immer wieder mal hoch und runter geht. Auf diese Weise sehen wir einige ungarische Dörfer mit urigen Läden. Obst, Gemüse und auch Gaskartuschen werden in guter Qualität und für kleines Geld verkauft.

 

Wir umrunden den Badacsony (mit 438m der höchste Berg am Balaton). Hier wird offensichtlich viel Wein angebaut und eine Weinschenke reiht sich an die nächste. Alles sehr einladend. Wir steuern eine Weinschenke an und gönnen uns in der Mittagshitze einen Wein bzw. Weinschorle.

 

Am frühen Nachmittag kommen wir am Campingplatz an, der direkt am See liegt und einen eigenen Strand hat. Kaum sitzen wir am Strand, nieselt es ein paar Tropfen. Am gegenüberliegenden Seeufer scheint ein mächtiges Gewitter zu toben. Wir hören den Donner grollen und sehen Regenfahnen runtergehen. Doch außer den paar Tropfen bekommen wir von dem Unwetter nichts ab. Vorteil dieser Wetterlage: der Strand leert sich und wir haben ihn weitgehend für uns allein.
Peter „hilft“ einer älteren deutschen Frau beim Enten- und Schwänefüttern mit Brot und unterhält sich angeregt mit ihr. Außerdem sehen wir schon wieder eine Wasserschlange.

 

 

Freitag, 24.8.2018
Vonyarcvashegy – Alsópáhok, 15 km + 5 km, insgesamt 2225 km
Heute nur eine kurze Etappe. Wir bummeln durch Keszthely mit einer Ballung von seltsamen Museen und einer Vernebelungs-/Verdunstungsanlage quer über den zentralen Platz der Stadt. Hier gibt es einen echten Radweg, der Richtung Neusiedler See führt – leider die falsche Richtung für uns. Wir folgen dem Weg nur bis Hévíz und fahren zu einem kleinen Campingplatz in Alsópáhok, den kürzlich ein belgisches Ehepaar in den besten Jahren übernommen hat und liebevoll betreut. Nachmittags in die Therme von Hévíz. Das ist ein aus einer vulkanischen Quelle gespeister See, der um- und überbaut ist von Bäderarchitektur. Das Wasser ist mit 32 Grad superwarm und die meisten lassen sich mit Schwimmnudeln oder sonstigen Aufblastieren einfach nur wohlig treiben.

 

 

 

 

Samstag, 25.8.2018
Alsópáhok – Lenti, 75 km, insgesamt 2300 km
Wir verlassen den Campingplatz mit dem freundlichen Belgier halbwegs früh, weil wir heute eine etwas längere Strecke vor uns haben. Die nächste Campingmöglicheit Richtung Westen ist erst in Lenti. Die erste Hälfte der Strecke auf der „Landesstraße“ 75, und zwar recht hügelig. Es geht munter bergauf und wieder bergab. Natürlich ohne Seitenstreifen, aber auch wenig Verkehr am Samstagvormittag. Wir freuen uns über den bedeckten Himmel. Pause in Bak, einem auf dem ersten Blick völlig unspektakulären Dörfchen (den zweiten Blick haben wir nicht geworfen), in einer von außen wenig einladenden Gaststätte mit einer supernetten, Deutsch sprechenden Bedienung drin und den niedrigsten Preisen, die wir bislang im Urlaub irgendwo gesehen haben – 0,5 l Bier für umgerechnet 1,25€, auch wenn wir es um diese Tageszeit bei Cappuccino und Kuchen belassen. Weiter über kleinere Nebenstraßen durch viel Gegend und Landschaft und ziemlich verschlafene Dörfer. Wir fotografieren einen als Denkmal aufgestellten Trecker, damit wir wenigstens ein Foto von heute haben.

 

 

Wir halten später nochmal in einer sehr ungarischen Dorfkneipe und gelangen schließlich nach Lenti. Die Kleinstadt ist eher unansehlich, hat aber eine Therme mit superbekannten tollem Heilwasser, das gegen Rheuma, Gicht und bestimmt noch allerlei andere Leiden hilft. Außerdem kreuzen sich auf dem Gelände der Therme irgendwelche wichtigen Erdstrahlen, die ebenfalls für super Wohlbefinden sorgen. Der Campingplatz ist dementsprechend belegt von Senioren in Wohnmobilen mit meist österreichischen oder deutschen Nummernschildern. Zelten ist verbunden mit Zwangseintritt in die Therme, also gehen wir da noch hin. Das Außengelände ist recht leer, weil es bedeckt und nicht so superwarm ist wie in den letzten Tagen. Das „Erlebnisbad“ kostet extra, die Außenrutsche ist gesperrt, der Strömungskanal nicht eingeschaltet, das Becken in der Halle leer wegen Reparaturen. In die Heilwasserbecken mit badewannenwarmen, 36 Grad heißem Wasser darf Peter nicht rein, Zutritt erst ab 14 Jahren. Eine freundliche Österreicherin klärte uns auf, dass das für kleine Kinder noch nichts wäre, weil sonst die Organe aufhören zu wachsen. Und der Schönheitssalon war auch geschlossen, das hat uns aber nicht weiter gestört. Aber sonst war es ein gaaaanz tolles Bad! Allein schon wegen der sich kreuzenden Erdstrahlen!
Abends gehen wir in ein Restaurant im Städtchen und essen Zander, Schnitzel, Salate, Beilagen zusammen inklusive Wein und Bier für ungerechnet ca. 18€. Hach, Ungarn gefällt uns.

Bevor wir Ungarn verlassen, noch ein Foto von einer Standardsüßigkeit hier: Man kann sie in wirklich jedem Laden kaufen, liegt in der Kühltheke und ist mit Schokolade überzogener, mit Orange aromatisierter Hüttenkäse. Gar nicht so übel.

 

 

Sonntag 26.8.2018
Lenti – Veržej-Banovci, 43 km + 3 km, insg. 2346 km
Nachts beginnt es zu regnen und es regnet auch morgens noch wenig, aber stetig. Wir nutzen die Gelegenheit zum Ausschlafen, lesen lange und hören IPod, packen langsam unsere Sachen ein und schließlich, als der Regen nahezu aufhört, auch das nasse Zelt. Der Campingplatz kostet mit umgerechnet 30€ mehr als unsere restliche Barschaft in Forint hergibt. Deswegen zahlen wir mit Karte und haben Forint übrig. Die versuchen wir in eine Art Kiosk loszuwerden, der am Sonntag geöffnet hat. Allerdings sind auch hier die Sachen so günstig, dass wir immer noch genügend Forint behalten müssen. Nach wenigen Kilometern fahren wir über die slowenische Grenze – auch hier ist die Grenze ist nicht mehr, was sie mal war, Europa sei dank.

 

Hurra, das fünfte Land auf unserer Reise:

 

Es ist kühl heute, nach wochenlanger Sommerhitze ist es heute bedeckt und nur 17 Grad warm. Wir haben warme Sachen an und Peter verlangt nach seinen Handschuhen. Der Nieselregen hört irgendwann auf. In Slowenien irgendwo im Niemandsland stranden wir im Restaurant „Malibu“, wo wir zu unserer Überraschung eine hervorragende Pizza bekommen.

 

Die Preise sind zwar nicht mehr so niedrig wie in Ungarn, aber immer noch besser als zu Hause. Und wieder in Euro! Über größere und kleinere Straßen fahren wir Richtung Westen, teils leider mit Gegenwind, sodass wir trotz der ebenen Strecke langsamer sind als sonst. Auf halber Strecke bis Maribor gibt es in Veržej-Banovci schon wieder eine Therme mit Hotel und Campingmöglichkeit. Diesmal ohne Zwangseintritt in die Therme.

 

 

One thought on “Balaton bis Slowenien

  1. Hallo Ihr drei,

    danke für die tolle, oft witzige Reisebeschreibung und die schönen Fotos. Ich freue mich schon auf die nächsten Kapitel. Ich bin Mitte Oktober in neapel, vielleicht sehen wir uns ja dort.
    Liebe Grüße, Bruder/Schwager/Onkel Michael

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